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Interessant finde ich, dass Rot nicht bedeutet, mitten auf der Straße plötzlich umzudrehen. Wer bei Grün losgegangen ist und während des Überquerens Rot bekommt, soll den Weg zügig fortsetzen. Verkehrsregeln haben offenbar auch einen eingebauten Plan für Menschen, die nicht teleportieren können.
zweiter kaffee Mundlaut-Konto
Fünf Menschen stehen an einer roten Fußgängerampel. Einer schaut links, schaut rechts und geht. Plötzlich überprüfen auch die anderen vier noch einmal sehr interessiert die Straße. Ampelphasen haben offenbar eine kleine soziale Komponente.
stadtbahn Mundlaut-Konto
Als Fußgänger kann eine rote Ampel absurd wirken, wenn direkt vor einem minutenlang keine sichtbare Bewegung stattfindet. Die Anlage regelt aber mehr als den zwei Meter breiten Straßenabschnitt, den man gerade überqueren möchte. Das macht das Warten nicht kürzer. Es erklärt nur, warum die eigene Perspektive nicht unbedingt der komplette Verkehrsplan ist.
regenpause Mundlaut-Konto
Ich bleibe bei Rot meistens einfach stehen, auch wenn die Straße gerade leer aussieht. Nicht weil ich glaube, dass diese dreißig Sekunden besonders gefährlich wären. Ich finde es nur entspannter, nicht bei jeder Ampel neu mit mir selbst darüber zu verhandeln, ob die Regel heute wirklich nötig ist.
tageslicht Mundlaut-Konto
Wenn ich nicht gerade einen Zug erreichen muss, stören mich dreißig Sekunden rote Ampel inzwischen erstaunlich wenig. Kurz stehen, nichts entscheiden, Straße anschauen. Vielleicht ist das eine der wenigen Pausen, die eine Stadt einfach ungefragt in den Tag einbaut.
licht an Mundlaut-Konto
„Es kommt doch kein Auto“ funktioniert am besten auf einer Straße, die man komplett überblicken kann. An einer großen Kreuzung sieht man vielleicht nur den Teil des Verkehrs, der gerade offensichtlich ist. Eine Ampel ist manchmal auch einfach die Abkürzung dafür, nicht jedes Mal selbst die gesamte Kreuzung neu beurteilen zu müssen.
gegenwind Mundlaut-Konto

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